Große Reden: Heute vor 50 Jahren hielt John F. Kennedy seine berühmte Ansprache an die Berliner

Sprachlich brilliant: Heute vor 50 Jahren appellierte John F. Kennedy an die Bewohner der „Frontstadt“ West-Berlin und rühmte ihren Willen zur Freiheit. Anschaulich sowohl für historisch Interessierte wie auch für Rhetoriker, reihte sich der junge US-Präsident damit in die unsichtbare „Hall of Fame der Redekunst“ ein. Übrigens: Unter dem Eindruck der Stadtbesichtigung am vormittag wich er damals vom vorbereiteten Redemanuskript ab – er sprach weitgehend frei. Lesenswert!

Heute dokumentiert das Hamburger Abendblatt die legendäre Ansprache.

Hier ein Auszug:

…Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: Ich bin ein Berliner. …

Wenn es in der Welt Menschen geben sollte, die nicht verstehen oder nicht zu verstehen vorgeben, worum es heute in der Auseinandersetzung zwischen der freien Welt und dem Kommunismus geht, dann können wir ihnen nur sagen, sie sollen nach Berlin kommen. Es gibt Leute, die sagen, dem Kommunismus gehöre die Zukunft. Sie sollen nach Berlin kommen. Und es gibt wieder andere in Europa und in anderen Teilen der Welt, die behaupten, man könne mit dem Kommunismus zusammenarbeiten. Auch sie sollen nach Berlin kommen. Und es gibt auch einige wenige, die sagen, es treffe zwar zu, dass der Kommunismus ein böses und ein schlechtes System sei, aber er gestatte es ihnen, wirtschaftlichen Fortschritt zu erreichen. Aber lasst auch sie nach Berlin kommen.

Ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie ist nicht vollkommen. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer aufzubauen, um unsere Leute bei uns zu halten und sie daran zu hindern, woanders hinzugehen…